Wie man aus Ideen echte Geschichten macht: Schreiben zwischen Kunst und Handwerk

23.08.2024
bildquelle: Canva
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Was brauchen wir, damit unser Schreiben eine Kunst wird, die Menschen berührt und die Welt verändert?

Viele Autor:innen bezeichnen sich als Künstler:innen.
Doch was wollen sie uns damit sagen? Was ist Kunst überhaupt?
Und was, wenn ich gar keine Künstlerin sein will? Vielleicht will ich einfach nur schreiben?

Lasst uns da mal tiefer eintauchen.

Lasst uns den künstlerischen Aspekt des Schreibens beleuchten und uns fragen, was wir brauchen, damit unser Schreiben eine Kunst wird, die Menschen berührt und die Welt verändert.

Was ist Kunst überhaupt und warum gehört Schreiben dazu?

creare (lat.) = erschaffen, erzeugen.

Kunst ist Gestaltung. Schöpfung. Indem wir kreativ sind, erschaffen wir etwas Neues. Daraus lässt sich folgern, dass Kunst und Kreativität untrennbar miteinander verbunden sind.

Kunst bildet also nicht einfach die Realität ab - Kunst interpretiert die Realität. Kunst schafft etwas, was vorher noch nicht da war. In jedem Kunstwerk steckt die Weltsicht des Künstlers oder der Künstlerin. Deshalb ist jedes Kunstwerk individuell. In einer Schablone hingegen siehst du nur das, was es bereits gibt.

Unser Schreiben ist Kunst, wenn wir unsere Vision, unsere Weltsicht durch unseren Text sichtbar machen. Dadurch sind wir übrigens in der Lage, die Welt zu verändern, weil unsere Visionen zum Nachdenken anregen.

Es gibt viele Wege, kreativ zu sein

Ich bin ein ganz normaler Mensch. Ich habe Ideen und Gedanken und eine mir ganz eigene Weise, die Welt zu sehen. Ich bin genauso einzigartig wie du.

Und manchmal hab ich Lust, meinem inneren Trieb zu folgen, kreativ zu werden.

(Welche positiven Auswirkungen Kreativsein auf unser Wohlbefinden hat, können die Kunstschaffenden unter uns nachvollziehen, da bin ich mir sicher.)

Und da eröffnen sich mir viele Möglichkeiten: ich kann schreiben, singen, malen, schreinern, musizieren, tanzen, turnen, töpfern, kochen, backen, ein Haus einrichten … und glaubt mir, ich habe Vieles ausprobiert.

Beim Schreiben bin ich aus folgenden Gründen geblieben:

1.die Ergebnisse können sich sehen lassen

2. ich erschaffe tatsächlich etwas Neues

Wieso ich male, aber trotzdem keine Künstlerin bin

Ich liebe es, mit Farben zu hantieren, ich rieche sie gern, ich mag es zu sehen, wie sie sich vermischen und wie mein Pinselstrich nach und nach etwas abbildet. Dabei gerate ich in einen wunderbaren Flow, mein Kopf wird ganz leer und danach geht es mir immer sehr gut.

Aber ich brauche zum Malen immer eine Vorlage. Obwohl ich den kreativen Entstehungsprozess eines solchen Kunstwerkes verstehe (es ist der Selbe wie beim Schreiben), schaffe ich es nicht, ein wirkliches Kunstwerk entstehen zu lassen. Ich erschaffe nichts Neues.

Und ob sich die Ergebnisse sehen lassen können, juckt mich hier nicht, weil sie nur mir gefallen müssen.

Und somit bezeichne ich meine Bilder nicht als Kunst. Ich habe ewas kopiert. 

Das ist völlig in Ordnung. Obwohl ich durchaus Visionen habe, bin ich nicht in diesen Bildern. (Na ja, vielleicht ein wenig, aber das würde hier zu weit führen.)

Warum bin ich nicht in diesen Bildern?

Warum schaffe ich es nicht, meine Vision in die Bilder einfließen zu lassen?

Ganz einfach: Ich bin nicht in der Lage, das Handwerk anzuwenden. Das bräuchte ich aber. Rakeln, Mischen, Verblenden, … was? Ich habe keine Ahnung. Ich male ohne Sinn und Verstand.

Wenn ich schreibe, bin ich sicher.

Ich kenne nicht nur den Prozess. Ich weiß, mit meiner Inspiration umzugehen. Ich habe Storytelling verinnerlicht. Ich weiß, mit welcher Technik ich welchen Effekt erreiche, Ich weiß sogar, wann ich Regeln brechen kann. Kurz: ich bin in der Lage, das Handwerk anzuwenden. Und seit ich das kann, kann sich meine Vision ihren Weg bahnen, wenn ich schreibe. Weil ich nicht mehr über das Schreiben nachdenken muss.

Kunst und Handwerk – eine Symbiose

Deshalb, liebe Schreibende, gehört zu Kunst ein wenig mehr, als Glitzerstaub. Deshalb ist es mehr als nur ein Hobby. Kreativität allein genügt nicht.

Wir brauchen eine Vision und wir brauchen Handwerkszeug.

Die Frage ist alos: wie bringe ich meine Vision in die Welt? Wie mache ich meine Vision sichtbar?

Deine Vision

Beschäftigen wir uns erst mal mit unserer Vision.

Erstmal brauchen wir natürlich eine Vision. (Es sei denn, wir wollen nur reproduzieren, was es schon gibt. Dafür sind wir aber nicht hier.)

Hast du eine Vision?

Menschen wollen Wissen vermitteln, andere wollen Gefühle auslösen und wieder andere wollen ihren engsten Freundeskreis unterhalten. Egal, wieso wir schreiben – liegt unserem Wunsch zu schreiben, eine Vision zugrunde, können wir Kunst schaffen.

Ja, auch ein Kochbuch kann Kunst sein. Wenn es der Autor oder die Autorin geschafft hat, seine oder ihre einzigartige Vision auszudrücken, ist es Kunst. Welche Werkzeuge dabei verwendet werden, hängt von dieser Vision ab.

Deine Einzigartigkeit

Es geht hier nicht in erster Linie darum, etwas so Originelles zu erschaffen, das wirklich absolut noch niemals da gewesen ist, etwas, das die gesamte Buchbubble von den Socken haut.

"Never sigh for a better world. It's already composed, played and told." - Eine Songzeile aus einem Nightwishsong sagt es: "Seufze nie nach einer besseren Welt. Sie ist bereits komponiert, gespielt und erzählt." (Wer Fan ist, weiß, welch einzigartige Werke Tuomas in diese Welt getragen hat.)

Egal, was wir erzählen, es wurde irgendwann schon erzählt, gesungen oder anderweitig sichtbar gemacht.

Aber noch niemals hat es jemand genau so erzählt wie du es jetzt tust.

Und dadurch wird es doch einzigartig.

Deine Vision speist sich aus all dem, was dir im Leben begegnet ist. Jeder Gedanke, jede Idee, jedes Gefühl hat sich in dir auf einzigartige Weise formiert. Niemand sonst ist auf die gleiche Weise inspiriert ist wie du. Niemand sonst hat dein Leben gelebt. Niemand sonst trägt diese Komposition an Erfahrungen in sich.

Damit besitzt du die Möglichkeit, etwas Einzigartiges zu erschaffen.

Es ist nämlich nicht die Idee, die einzigartig ist, sondern die Weise, wie du sie sichtbar machst.

Meine Rolle als Lektorin: deine Vision sichtbar machen

Ich bin hier für eure Texte, die eure eigenen Visionen tragen. Als Lektorin mache ich diese Visionen mit euch sichtbar.

Dieser Blog ist dafür da, euch nach und nach das Werkzeug zur Verfügung zu stellen, mit dem ihr eure Ideen sichtbar in die Welt hinaustragen könnt. Mit dem ihr mehr schafft, als Geschichten nur zu reproduzieren.

Und was ist nun deine Vision?

Willst du

  • die Welt verändern?
    Go for it.

  • Ungehörten eine Stimme geben?
    Go for it.

  • neue Perspektiven eröffnen?
    Go for it.

  • tiefe Gefühle wecken?
    Go for it.

  • Kultur sichtbar machen?
    Go for it.

  • Wissen verbreiten und aufklären?
    Go for it.

Du kannst all dies auf die unterschiedlichste Weise machen. Aber an der Weggabelung zu Beginn der Reise musst du Folgendes wissen:

Willst du reproduzieren?

Oder willst du etwas Neues schaffen?

Alles Liebe
Nica

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