So arbeite ich

Probelektorate
Manchmal erreichen mich Anfragen nach Probelektoraten.
Probelektorate sind Lektorate, die in den meisten Fällen nichts kosten und anhand derer potentielle Kund:innen entscheiden können, ob sie mit der jeweiligen Lektorin zusammenarbeiten möchten oder nicht.
Im Grunde sind Probelektorate eine gute Sache - schließlich geht es um viel Geld. Und wenn sich dann die Zusammenarbeit schwierig gestaltet oder du ein Lektorat vorliegen hast, das deinen Qualitätsansprüchen nicht genügt, ist das eine bittere Pille.
Mich kosten diese Lektorate Zeit. Schließlich lektoriere ich richtig und nicht nur "nebenbei mal kurz". Das heißt, ich setze mich hochkonzentriert an den Text und arbeite. Zusätzlich arbeite ich mit der Herausforderung, einen völlig fremden Text, von dem ich nur einen Auszug bekommen habe, zu lektorieren. Ich kann mich nicht auf die Gesamtheit einer Geschichte beziehen, ich kenne die Autorin, den Autor nicht, ich weiß nicht, worauf ich mich einstellen muss.
Leider habe ich zu häufig die Erfahrung gemacht, dass ich meine wertvolle Zeit damit verbracht habe, etwas kostenlos zu lektorieren und dann nie wieder etwas von der Person zu hören - sprich: es kommt zu keinem Auftrag.
Deshalb habe ich mich vor einiger Zeit dazu entschlossen, keine Probelektorate mehr anzubieten.
Die Alternative wäre gewesen, Geld dafür zu verlangen, aber letztlich ist das eine Hürde, die auch erst einmal genommen werden muss und selbst dann ist so ein Probelektorat auch nicht immer ausreichend aussagekräftig.
Meine Arbeitsweise
- Hier gibt es einen Blog zu verschiedenen Themen. Dort lernst du meine Einstellung zum Schreiben und zu Qualität kennen.
- Hier findest du verschiedene Angebote rund ums Lektorat.
- Und hier habe ich kostenfreie Sprechzeit eingerichtet - hier kannst du mich im Gespräch kennenlernen, Fragen stellen und Bedenken äußern. Du kannst dir dort auch mein Feedback zu einer Textstelle holen, was einem Probelektorat schon recht ähnlich ist.
- Hier bekommst du ein Arbeitsbeispiel für ein stilistisches Lektorat zur Verfügung gestellt. Die Rechte am Text liegen bei der Autorin Fanny Remus. Das Buch "Götterhain" ist ab sofort erhältlich.
(Edit: wird noch hochgeladen.)
Im Folgenden stelle ich meine Arbeitsweise näher vor. Lies dir den Beitrag ruhig durch und überlege, ob sie dir soweit zusagt, um mit mir in Kontakt zu treten.
Allgemein ist zu sagen, dass meine Lektorate kein Schonwaschgang sind. Lektorat bei mir bedeutet, sich noch mal ordentlich mit deinem Manuskript, deiner Geschichte und dem Text auseinanderzusetzen. Meine Lektorate haben Tiefgang - deshalb nenne ich sie "Deep Dive in dein Manuskript".
Anmerkungen, die ich mache, begründe ich in den allermeisten Fällen. Manchmal ergibt es sich, dass Dinge ohnehin klar sind oder dass ich sie im Schlussbrief zusammenfassend erläutere, aber meistens findet das bereits in den Kommentaren statt.
Das passiert im Lektorat
Inhaltslektorat
Ich lese dein Manuskript chronologisch.
Dabei mache ich mir kapitelweise Notizen darüber, was inhaltlich passiert. Offene Fragen markiere ich für mich selbst.
Oft ergeben sich meine Fragen dann beim Weiterlesen, weiterhin offene Fragen markiere ich dann im Manuskript.
Im Inhaltslektorat geht es, wie der Name schon sagt, vor allem um den Inhalt.
In manchen Fällen verschwimmen die Grenzen und ich entscheide je nach Auftrag, ob ich die betreffende Stelle bearbeite oder nicht.
Im Inhaltslektorat bekommst du tendenziell mehr und ausführliche Kommentare als im stilistischen Lektorat.
Ich neige stark dazu, sehr tief in die Texte zu gehen und hinterfrage nahezu alles, um Anregungen zu geben.
Es bleibt dir überlassen, wie tief du darauf eingehen willst.
Manchmal handeln Figuren und du hattest eigentlich einen Gedanken dazu, der es aber irgendwie nicht aufs Papier geschafft hat. Ich kann das natürlich nicht wissen, ich gehe aber immer davon aus, dass du dir dabei was gedacht hast und gestalte meine Kommentare entsprechend.
Ich lektoriere so, wie ich die Geschichte verstehe, lasse dir aber immer die Möglichkeit, deine eigene Vision lebendig zu lassen. Du kannst locker denken "Ich mein' das komplett anders" - ich kalkuliere das immer ein.
Ich gehe immer davon aus, dass du dein Bestes gegeben hast.
Manchmal frage ich nach. Dann schreibe ich dir eine kurze Nachricht oder spreche dir eine Voicemail auf, weil es einfacher ist, Dinge auf diesem Weg zu klären, bevor ich weiterarbeite. So muss ich nicht über mehrere Möglichkeiten nachdenken, sondern erfahre direkt von dir, was du gemeint hast oder warum diese eine Textstelle so und so geschrieben ist.
Mir ist wichtig, dass du Möglichkeiten aufgezeigt bekommst.
Auch hier weiß ich nicht, was du beim Plotten oder Schreiben alles gedacht hast. Deshalb schreibe ich, wenn nötig, Alternativen auf, aber immer so, dass du letztlich selber denken musst. Ich weise hauptsächlich die Richtung.
Ich tu' mich leichter, wenn ich ein Exposé oder eine grobe Inhaltsangabe habe.
Ich bin in der Lage, zu sehen, was du erreichen willst, und merke dann etwas dazu an, wenn es dir nicht oder nur mäßig gelungen ist. Dann biete ich dir verschiedene Möglichkeiten an, es zu lösen, immer mit Hinweis auf verschiedene Richtungen, in die der Inhalt dann gehen kann.
Am Ende des Manuskriptes lese ich meine Aufzeichnungen durch und überprüfe den Spannungsbogen, die Gesamtwirkung und den Aufbau der Geschichte in Kombination mit dem Eindruck, den ich beim Lesen bekommen habe.
Mit dem Lektorat bekommst du einen Schlussbrief zugeschickt, in dem ich auf die markantesten Punkte eingehe und dir Hinweise und Tipps zum Einarbeiten gebe.
Stilistisches Lektorat
Beim stilistischen Lektorat erhältst du weniger Kommentare am Rand. Die Änderungen konzentrieren sich dann vor allem auf den Text selbst.
Wenn ich schon ein Inhaltslektorat gemacht habe, weiß ich, wie du klingst und wie deine Geschichte erzählt werden soll.
Wenn nicht, erkenne ich das, indem ich erst einmal ein paar Seiten lese. Idealerweise kenne ich dich schon ein bisschen, weiß ein paar Sachen über dich, was zusätzlich helfen kann, deine Autor:innenstimme zu erkennen.
Dann lektoriere ich chronologisch und fokussiere mich ausschließlich auf Sprache, Stil und Ausdruck.
Ich prüfe, ob ein Satz das aussagt, was er aussagen soll, ob er Stimmung transportiert, ob er authentisch klingt und zu deinem Stil passt.
Ich besitze ein sehr feines Gespür für Texte.
Das bringt u.a. mit sich, dass ich hin und wieder handwerkliche Regeln außer Acht lasse, wenn sie deinem Text, deiner Stimme und deiner Vision nicht gerecht werden. Das kann z.B. heißen, dass ich mal ein Füllwort einfüge, obwohl es überall heißt, dass Füllwörter böse sind und unbedingt gestrichen werden müssen. Ich habe meinen Fokus durchaus auf z.B. Füllwörtern, wenn ich stilistisch lektoriere, aber eben nicht mit dem Ziel, sie zu streichen, sondern sie sinnvoll einzusetzen.
Kombi-Lektorat
Im Kombi-Lektorat vereinen sich Inhalts - und Stil-Lektorat. Ich mache beides innerhalb eines einzigen Durchgangs.
Das bedeutet für mich ein erschwerter Fokus und somit mehr Zeit. Ein Kombi-Lektorat bekommst du nach etwa sechs Wochen zurück.
Schlussrunde
Da du nach dem stilistischen Lektorat wahrscheinlich noch Änderungen eingearbeitet hast, ist eine Schlussrunde hilfreich, um das Ganze abschließend professionell zu lesen.
Ich lese vor allem aus Leser:innen-sicht. Sobald mir diese Brille von der Nase fällt und ich in die Lektorinnenrolle rutsche, weiß ich, dass etwas anzumerken ist. Diese Feinheiten werden in dieser Runde vorgenommen.
- Hier liest du nach, worauf du bei der Überarbeitung achten kannst, bevor du das Manuskript ins Lektorat gibst.
- Hier liest du nach, worauf du achtet, bevor du die Email mit dem Manuskript abschickst.
Textcoaching und Vorabcheck
Unter diesem Punkt findest du drei verschiedene Pakete.
Im Paket SMALL nehme ich kein klassisches Lektorat vor. Ich lese 10-20 Seiten konzentriert und erfasse Inhalt und Stil. Anschließend schreibe ich dir ein ausführliches Feedback und gebe dir Tipps zum Weiterarbeiten.
Paket MEDIUM beinhaltet ein Lektorat einer Leseprobe von 20-30 Seiten. Neben Feedback zu Stil und Aufbau erhältst du ein individuelles Coaching-Paket zum Weiterarbeiten.
Im Paket LARGE schickst du mir dein ganzes Manuskript und erhältst ein professionelles Gutachten. Ich erstelle dir eine Liste, anhand derer du überarbeiten kannst. Diese Liste ist dann speziell auf dich zugeschnitten.
Im Gespräch nehmen wir uns einzelne Szenen vor.
Plotcheck
Beim Plotcheck erhältst du auch ein Gutachten. Hier prüfe ich aber nicht dein gesamtes Manuskript, sondern den Plot, den du aufgeschrieben hast. Der Plotcheck eignet sich, wenn du noch nicht angefangen hast zu schreiben, oder wenn du mitten im Prozess steckst und nicht weiter kommst.
Hierzu brauche ich von dir einen Szenenplan. Hier erfährst du, wie du diesen schreibst. Anhand des Szenenplans prüfe und beurteile ich deinen Plot, gebe dir Hinweise auf Fehler oder Ungereimtheiten und Tipps zum Arbeiten.
Kostenlose Sprechzeit
30 Minuten Gespräch mit mir - und du suchst aus, wie du kommunizieren willst. Über WhatsApp/Signal (Voice oder Text) oder über Email. Ich bin 30 Minuten lang für deine Fragen da. Du kannst deine Bedenken äußern oder auch einfach so mit mir quatschen, um mich kennenzulernen.
Über mich
Ich bin eigentlich ein humorvoller Mensch und mache auch gern mal nicht ganz so ernste Bemerkungen am Rand. Meine Stärke aber ist es, mich auf die jeweilige Person einzustellen. Das heißt, ich bin durchaus in der Lage, einen rein ernsten oder geschäftsmäßigen Ton an den Tag zu legen, wenn das so gewünscht ist.
Mit der Zeit entsteht aber in den allermeisten Fällen ein lockerer Umgangston, was der Qualität und der Professionalität meiner Lektorate keinen Abbruch tut. Schreiben darf Spaß machen, Sensibilität steht für mich aber immer an erster Stelle.
Ich sage es immer wieder und sehr oft: scheut euch nicht, nachzufragen.
Meine Stammkund:innen schreiben mir während der Einarbeitung immer mal, wenn was unklar ist oder ich etwas falsch verstanden habe - denn das passiert. In solchen Fällen kann es vorkommen, dass ich mit der Antwort ein wenig brauche, weil ich dann üblicherweise in einem anderen Lektorat stecke und mich erst wieder auf den betreffenden Text einstellen muss. Rechnet das mit ein.
Aber grundsätzlich darfst du dich trauen, mich anzuschreiben.
Ich freue mich auch immer über positive Rückmeldungen. Sie helfen mir, als Lektorin sichtbarer zu werden.
Was du vielleicht noch nicht weißt:
Eine Empfehlung lohnt sich auch für dich.
Wenn eine Autorin, ein Autor auf deine Empfehlung hin ein Lektorat bei mir bucht, bekommst du bei deiner nächsten Buchung Nachlass oder ein kostenloses Klappentextlektorat.
